Rechtsgebiet

Musikrecht

Das Musikrecht ist eine rechtliche Querschnittsmaterie bezüglich aller wirtschaftlicher Betätigungsbereiche der Musikindustrie.

Musikwerke sind regelmäßig urheberrechtlich geschützt, § 2 UrhG. Künstler haben Leitungsschutzrechte an ihren Aufführungen, §§ 73 ff. UrhG, Tonträgerhersteller (sog.Labels) an denen von ihnen hergestellten Tonträgern, §§ 85 ff. UrhG und Veranstalter von musikalischen Darbietungen an solchen Veranstaltungen, vgl. § 81 UrhG.

Regelmäßig lassen die Vorgenanten ihre Urheber- und Leistungsschutzrechte – soweit möglich – von Verwertungsgesellschaften wahrnehmen.

Autoren bedienen sich der GEMA, Künstler und Tonträgerhersteller der GVL und Veranstalter der GWVR.

Die wirtschaftliche Auswertung von musikalischen Werken erfolgt aber bei Weitem nicht nur auf diese Weise sondern vielmehr auf Basis unterschiedlicher Vertragsmodelle, mit denen Künstler, Tonträgerhersteller und Tonträgervertriebe sowie Verlage miteinander agieren.

Klassisch vereinbaren Künstler mit Labels einen Bandübernahmevertrag, mit dem sich das Label zu dessen Veröffentlichung verpflichtet, wobei insoweit regelmäßig für einen bestimmten Zeitraum Titelexklusivität vereinbart wird. Gegenstand des Vertrages sind die sog. Masterbänder, worunter heutzutage in der Regel nur noch die Leistungsschutzrechte an den Werken der Veröffentlichung zu verstehen sind.

Darüber hinaus werden regelmäßig auch Künstlerverträge geschlossen, mit denen sich Künstler für einen bestimmten Zeitraum oder für eine bestimmte Anzahl von Veröffentlichungen exklusiv an ein Label binden.

Labels aber zum Teil auch Künstler vereinbaren in Vertriebsverträgen nur den Vetrieb ihrer selbst hergestellten Tonträger mit Musikvertrieben.

Verlagsverträge haben die Urheberrechte von Künstlern zum Gegenstand. In der Regel bevorschusst ein Verlag den Künstler im Hinblick auf die von der GEMA an diesen vorzunehmenden Auszahlungen und behält den Verlagsanteil von i. d. R. 40% ein. Darüber hinaus bieten Verlage Künstlern häufig an, sie in ihrem künstlerischen Fortkommen zu fördern.

Schließlich werden nicht selten sog. 360°-Verträge angeboten, mittels derer ein Label oder eine Agentur die vollständige Vermarktung eines Künstlers übernimmt.

Vermittelt werden solche Verträge regelmäßig über Manager, die über die erforderlichen Kontakte in der Branche verfügen.

Künstleragenturen vermitteln Auftritte bei Veranstaltungen, im TV oder organisieren Tourneen.

Entsprechende Verträge sollten regelmäßig bereits vor deren Abschluss anwaltlich geprüft werden. Zu unüberschaubar sind die Verpflichtungen, die damit begründet werden.

Kommt es zu Urheberrechtsverletzungen, vor allem unberechtigten Veröffentlichungen oder der Plagiierung von Werken, ist ein anwaltliches Vorgehen gegen den Verletzer häufig unausweichlich.

Zur effektiven Inanspruchnahme ist häufig ein Vorgehen im Wege des Eilrechtsschutzes zu empfehlen, Hierfür laufen knappe Fristen. Es empfiehlt sich daher einen Rechtsanwalt zu beauftragen, sobald man Kenntnis von einer Urheberrechtsverletzung genommen hat,